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Potenziale für den österreichischen Film


Filmnutzung in Österreich

Studie im Auftrag des Österreichischen Filminstitut und des Fachverbands der Audiovisions- und Filmindustrie
erstellt von Triconsult und FilmScreening Austria

Die Untersuchung zeigt die Ergebnisse einer Inhaltsanalyse von 894 Filmen, die zwischen 2005 und 2007 in österreichischen Kinos gezeigt wurden.

Ziel der Untersuchung ist es, der Filmbranche Grundlagen für eine datenbasierte Planung zu liefern, wobei die Kernfrage lautet: Welche Gesetzmäßigkeiten des Kinobesuchs lassen sich erkennen?

Die 894 Filme werden nach Dauer, Startzeit, Kopien beim Start, Laufzeit und anderen beschreibenden Merkmalen untersucht. Dabei zeigt sich etwa, dass die wenigsten Filme im Sommer (21%) starten, die meisten im Winter (28%). Die höchsten Anteile erfolgloser Filme erzielen die Starts im Frühjahr, die meisten erfolgreichen Filme beginnen im Winter. Ein Kinostart im Sommer kann durchaus erfolgreich sein.

  • Zwischen der Kopienanzahl am ersten Wochenende und der Gesamtbesuchermenge besteht ein enger Zusammenhang. Filme mit weniger als 2.000 Besuchen starten im Schnitt mit 4 Kopien, Filme mit mehr als 40.000 Besuchen mit 57 Kopien. Filme, die insgesamt weniger als 2.000 Besuche erzielen, kommen am ersten Wochenende im Schnitt auf 220 Besuche, Filme mit bis zu 20.000 Besuchen auf 1.380 Besuche am ersten Wochenende. Die Filme aber, die insgesamt mehr als 40.000 Besucher im Kino erreichen, starten durchschnittlich mit 31.500 am ersten Wochenende.
  • Einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg an der Kasse haben Stars. Ein Film ohne Star (SchauspielerIn) kommt im Schnitt auf 6.000 Besucher, mit zwei oder mehr Stars erreicht ein Film mehr als 23.000 Besucher am ersten Wochenende.
  • Im Schnitt erreicht ein Film in den Jahren 2005 bis 2007 in den österreichischen Kinos 58.620 Besuche.
  • 31 % aller in den österreichischen Kinos gezeigten Produktionen überspringen die für die Referenzförderung relevante Grenze von 40.000 Besuchen, 29% erreichen weniger als 5.000 Besuche (49% beim österreichischen Film).
  • Im Schnitt erzielt ein Film am ersten Wochenende 19% seiner Gesamtbesuche. Nach Genre, Startkopien und auch Jahreszeit gibt es dabei erhebliche Unterschiede.
  • Der typische Film des Beobachtungszeitraumes bleibt sieben Wochen in den Kinos. Genre, Jahreszeit und vor allem Anzahl der Startkopien aber auch Herkunftsland haben wesentlichen Einfluss.


Die in den Kinos gezeigten Filme werden in der Studie nach Genres klassifiziert. Diese Klassifikation erlaubt eine Analyse der unterschiedlichen Angebotsstrukturen der Herstellungsländer, der Vertriebe und des jahreszeitlichen Angebots. Vor allem aber erlaubt diese Klassifikation eine Analyse der Ausschöpfung von Potenzialen.

Aus der Repräsentativerhebung werden die Größenordnungen der Besucherpotenziale der einzelnen Genres übernommen, als theoretisches Potenzial definiert und als Grundlage für eine erste Berechnung der Ausschöpfung herangezogen. Betrachtet man den tatsächlichen Erfolg an den Kinokassen als Bezugspunkt (weites Potenzial), ergibt sich ein weiterer Bezugsrahmen.  

Das enge Potenzial wird durch den jeweils erfolgreichsten europäischen Film definiert. Ein letzter Bezugsrahmen (Benchmark) wird durch die durchschnittlichen Besucher pro Genre bestimmt.

Potenziale für den Österreichischen Film  (PDF-DokumentPDF-Dokument, 864,33 kB)